Tipps und Tricks rund um das Thema Hochwasser

Insbesondere in Zeiten der Klimaerwärmung, die bedingt durch das Abschmelzen der Gletscher und Polkappen einen höheren Wasserstand der Gewässer auf der Welt verursachen, sind so genannte Jahrhunderthochwasser nicht mehr eine Frage von Jahren, sondern kommen, wie aktuelle Statistiken immer wieder belegen, nahezu in jährlichen Intervallen wieder vor.

Da ist der Gedanke daran gar nicht so falsch, einen eventuell vorhandenen Neubau entsprechend mit Schutzmaßnahmen für Hochwasser aufzurüsten, den vorhandenen Keller abzudichten und Fenster, Türen und Leitungen vor Hochwasser zu schützen. Dabei sollte man insbesondere im Notfalle einige nützliche Tipps und Hinweise beachten.

In erster Linie wissen sich Anwohner von Neckar Rhein und Mosel gegen Hochwasser zu schützen. Spätestens war einmal in seinem frisch renovierten Wohnzimmer zentimetertief im Wasser stand, der ist gegen das nächste Hochwasser garantiert bestens gewappnet. Dabei gilt es, schon früh im Vorfeld den Inhalt des Kellers zu leeren, mobile Schutzdämme zu errichten, Türen abzudecken und Stege zu bauen. Man sollte zudem aber auch die Devise beachten, solange es irgendwie möglich ist, einfach dem Hochwasser fernzubleiben und bereits beim Bau eines Haues etwaige Bedrohungen und Gefährdungen im Planungsprozess zu berücksichtigen.

Bei einem Neubau sollte man in einem gefährdeten Gebiet darauf achten, den Keller als eine Art wasserdichte Wanne bauen zu lassen und Dichtbahnen mindestens circa dreißig Zentimeter über dem höchsten Grundwasserstand zu ziehen, die gleichzeitig möglichst auch 30 Zentimeter über die Geländeoberfläche reichen. Wichtig ist auch, die Abflüsse gegen die Kanalisation und einen möglichen Rückstau zu sichern. An dieser Stelle Geld sparen zu wollen, ist kein guter Ratgeber für mögliche Ernstfälle.

Bei leichten Häusern droht zudem ein Abheben des Hauses. Wer im Vorfeld darauf verzichten möchte, eine kostenaufwendige Verankerung installieren zu lassen, der sollte im Ernstfall das Eigengewicht des Hauses durch eine Flutung des Kellers erhöhen. Natürlich sollte man zudem möglichst riskante Versorgungselemente wie Heizung, Telefonanlage und Stromverteiler in die oberen, trockenen Geschosse platzieren. Auch die Verwendung von wasserbeständigen und unempfindlichen Baustoffen wie Ziegel oder Schaumglas und Teppich bieten sich für die potentiell gefährdeten Geschosse an.

Zudem sollte man für den akuten Notfall in einem gefährdeten Gebiet auch immer Material für Sandsäcke oder bereits fertigstellte sowie möglichst ein oder zwei Pumpen bereithalten, um nicht vollkommen von der Hilfe des Katastrophenschutzes abhängig zu sein.

Oberstes Prinzip bei Hochwasser ist es immer, sich frühzeitig zu informieren, wobei auch die Computertechnik unterstützend sein kann. Dann sollte ein Check erfolgen, ob eine Ausrüstung in Form einer gut abgedichteten Kellerwand und möglichst einer Hebeanlage die größten Gefahren abwenden kann.

Wenn das Hochwasser erst in einigen Tagen eintreffen soll, sollte man die verbleibende Zeit für einige kleinere Maßnahmen wie die Anbringung eines kleinen Dachs über dem Kellerabgang, einer höheren Schwelle auf der Kellertür, einer Installation von Rückstauventilen oder eines erhöhten Pflastersteines zu Straßen hin nutzen.
Finanziell kann man sich gegen die Gefahren von Hochwasser und Überschwemmung meist schon über eine erweiterte Hausratsversicherung absichern, wenn sie Gefahren der Überschwemmung, des Erdbebens, der Erdsenkung, dem Erdrutsch, dem Schneedruck und der Lawinen mit absichert. Es gilt dabei aber insbesondere zu beachten, dass die Versicherung für die Folgen von diesen „Elementarereignissen“ nicht unbegrenzt aufkommen und Selbstbeteiligungen in den meisten Verträgen ebenso wie Deckungsobergrenzen enthalten sind. Erschwerend kommt hinzu, dass sich Menschen, die in einer Region leben, in denen Fluten durch Jahreszeiten oder Ähnliches vorhersehbar sind ähnlich wie Anrainer von Küstenregionen gegen Wasserschäden überhaupt nicht versichern können. In diesem Bereich bewegen sich aber mittlerweile auch die Versicherungsunternehmer durch die Anhäufung von Naturkatastrophen so weit auf die Bedürfnisse der Kunden zu, dass die Entwicklung von neuen Modellen mit Prämienerhöhungen oder dem Ausschluss besonderer, spezieller Risiken zumindest im Gespräch ist und in der mittelfristigen Zukunft sicher auch von den Versicherern angeboten werden wird.

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