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Die Abwasserwärmerückgewinnung

In Zeiten des Klimaschutzes wird händeringend nach Alternativen zu energie- und kostenaufwändigen Methoden der Versorgung von Haushalten gesucht. Eine Variante, die seit den 80er Jahren benutzt wird, ist die Abwasserwärmerückgewinnung. Dabei wird dem Abwasser Energie entzogen, welches zur Heizung oder Kühlung von Gebäuden verwendet wird. Kernstück der Anlage bildet ein Wärmetauscher. Dieser entzieht dem Abwasser die Energie. Auch eine Wärmepumpe gehört zu dem System. Diese macht die Energie für Gebäude nutzbar.

Entwickelt wurde die erste Abwasserwärmerückgewinnungsanlage in Basel in der Schweiz. 1982 fand sie dort Einsatz in einer Garderobenanlage eines Sportvereins. Diese wird von der Anlage bis heute mit Heizwärme und Warmwasser versorgt.

Die Schweiz gilt als Vorreiter in dieser Technologie: Hier kommen die Systeme auch zum Einsatz, um die Raumheizung oder die Warmwasseraufbereitung zu unterstützen. Neu ist, dass die Abwasserwärmerückgewinnung auch zur Kühlung von Gebäuden verwendet wird. Dies passiert seit 2004 in der Uhrenfabrik IWC in Schaffhausen.

Auch in Deutschland kommt diese Technologie zum Einsatz, beispielsweise betreiben die Stadtwerke Waiblingen seit 1986 ein Heizwerk, welches verschiedene öffentliche und private Gebäude mit Wärme aus Abwasser versorgt.

Die Energie des Abwassers kann dabei natürlich nicht die volle Leistung erbringen. In günstigen Nutzungsverhältnissen kommt es zu Energieanteilen von bis zu 80 Prozent.

Inzwischen wird in vielen Städten und Regionen geprüft, ob auch dort ein Potenzial als Standort für ein Abwasserwärmerückgewinnungssystem vorliegt.

Günstige Voraussetzungen herrschen überall dort, wo sich große Bauten mit hohem Wärmebedraf in der Nähe von Abwassersystemen befinden. Diese Gebäude können beispielsweise Bürokomplexe, Gewerbebauten oder Wohnsiedlungen sein. Damit die Anlage auch wirklich wirtschaftlich betrieben wird, ist je nach System eine Größe von mindestens 25 Wohneinheiten erforderlich.

Für einzeln stehende Einfamilienhäuser oder kleine Mehrfamilienhäuser ist diese Art der Versorgung nicht geeignet.

Energetische Dachsanierung

In Deutschland tut sich in letzter Zeit so einiges, wenn es um den Klimaschutz geht. So wurde in der Energiesparverordnung von 2009 beispielsweise beschlossen, dass Eigenheimbesitzer von Altbauten diese bis Ende 2011 energetisch nachrüsten müssen. Gut für’s Klima, schlecht für die Hausbesitzer. Diese stehen nun unter enormem Druck. Zum einen geht so eine Sanierungsmaßnahme natürlich ganz schön ins Geld. Zum anderen ist es – so verrückt es klingt – schwierig, eine Firma zu finden, die den Auftrag noch so kurzfristig übernimmt. Der Markt der Handwerker freut sich: viele Aufträge, gutes Einkommen.

Auch Mietwohnungsgesellschaften müssen die Altbauten nachrüsten lassen. Die Verordnung gilt nämlich sowohl für Ein- und Zwei-, als auch für Mehrfamilienhäuser. Wenn die Eigentümer im Falle eines Einfamilienhauses jedoch vor dem Stichtag, welches der 1. Februar 2002 war, selbst in der Immobilie wohnten, so sind sie von der Regelung nicht betroffen. Dies soll vor allem Rentner entlasten, welche seit geraumer Zeit ihr Haus bewohnen und nicht die finanziellen Mittel besitzen, um ihr Dach dämmen zu lassen. Sollten diese Bewohner jedoch ihr Haus generell sanieren oder es umbauen, so tritt das Gesetz auch für sie in Kraft.

Wer auf die Arbeit eines Handwerkers verzichten will oder keine Firma mehr beauftragen kann, der kann natürlich auch selbst tätig werden. In Baumärkten gibt es momentan eine Schwemme an Dämmmaterial, welches zum Teil sogar mit Einbauanleitungen versehen ist. Auch vorgefertigte Rohrummantelungen sind im Gewerbe erhältlich. Diese werden benötigt, da in alten Gebäuden auch die Wärmeverteilungsleitungen von Zentralheizungen gedämmt werden müssen, genauso wie neue Fensterdichtungen oder gar ganz neue Dachfenster  müssen beschafft werden, zum Beispiel von Fakro.

Erledigt man die Arbeit selbst, so muss man nach Beendigung der Baumaßnahmen einen Energieberater anfordern, welcher die Dämmung bestätigt. Tut man dies nicht, so können einem Geldbußen wegen Nichtbeachtung des Gesetzes auferlegt werden.