Geothermie

Erneuerbare Energien sind nicht erst seit der frisch aufgeflammten Debatte um den Atomausstieg ein heißes Thema in Deutschland. Doch das Abschalten der Atommeiler hat die Frage nach Alternativen der Energiegewinnung wieder stärker in das öffentliche Bewusstsein gerückt.

Eine Möglichkeit der nachhaltigen Energiegewinnung ist die Geothermie. Als Geothermie bezeichnet man die Erzeugung von Strom sowie Wärme- und Kälteenergie durch die Nutzbarmachung von Erdwärme.

Ein Vorteil der Erdwärmenutzung gegenüber Solar- oder Windkraft ist die totale unabhängigkeit von Wetter und saisonalen Einflüssen. Jedoch wird Geothermie in Deutschland zur Stromerzeugung noch kaum genutzt. In Ländern wie Island, Neuseeland, USA oder Indonesien hat sich die Geothermie schon längst etabliert, da hier die Erdwärme bis dicht unter die Erdoberfläche steigt und damit ohne großen Aufwand und tiefe Bohrungen nutzbar gemacht werden kann.

Im Inneren der Erde werden Temperaturen bis 6.000 Grad Celsius erreicht. Von dieser Hitze werden auch die oberen Gesteinsschichten und unterirdische Wasserreservoirs erwärmt. Bei uns in Mitteleuropa steigt die Temperatur pro 100 Meter Tiefe etwas um 3 Grad Celsius. Es gibt auch Regionen, an denen die Temperaturen signifikant höher werden.

Dieser Richtwert verdeutlicht jedoch, dass für die Stromgewinnung oder das Betreiben von Fernwärmenetzen in große Tiefen gebohrt werden muss, um ausreichend hohe Temperaturen zu erreichen. Das ist aufwändig und kostenintensiv, bietet jedoch eine Möglichkeit unabhängig von Wetter und Tageszeit Energie bereitzustellen.

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